Think Impact: Wirkungsstarke Projekte mit der IOOI-Logik planen, umsetzen und bewerten | 25.10.2019

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Impact Thinking – die Ausrichtung auf Wirkung –  ist heute nicht mehr nur ein Thema für Non-Profit-Einrichtungen. Auch für Sozialunternehmen und gesellschaftlich engagierte Unternehmen gewinnt es an Bedeutung. Non-Profits sind von ihrem Wesen her generell auf Wirkung bedacht, Sozialunternehmen – im Rahmen ihrer Geschäftsmodelle – ebenso. Für engagierte Unternehmen ist eine konsequente Verfolgung der Wirkung – das Impact Thinking – beispielsweise in Form von nachhaltigen Corporate Citizenship-Aktivitäten als roter Faden empfehlenswert.

Anspruch an Unternehmen steigt

Gerade der Anspruch an Unternehmen ist von Seiten der Stakeholder – ob Belegschaft, Investoren oder auch der Kundschaft –  im Zuge von ökologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen im Laufe der letzten Jahre gestiegen. Bei den Herausforderungen, handelt es sich u.a. um den fortschreitende Klimawandel, die  zunehmende weltweite soziale Ungleichheit oder auch die Finanzkrise. Lt. dem Edelman trust barometer 2017 haben 72% der 62% BürgerInnen in Deutschland, die denken, das das System scheitert, einen höheren Anspruch an Unternehmen. Ein positiver Effekt: Engagiert sich ein Unternehmen gesellschaftlich, steigt die Motivation/ Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden von 59% auf 82% und die Empfehlungsquote von 58% auf 85%. 

Think Impact: Wirkungsorientierung nach der IOOI Wirkungslogik

Um ein Vorhaben, ein Projekt von Anfang an wirkungsstark zu denken, eignet sich die von Phineo entwickelte  IOOI-Wirkungslogik. Ziel ist es, Wirkungserfolge sichtbar zu machen. Dabei steht explizit die Wirkung eines Projektes im Vordergrund, nicht die Leistung, die erbracht wird.

Um den Begriff Wirkung etwas näher einzugrenzen:  Wirkungen sind Veränderungen, die durch eine Intervention bei bestimmten Personen, Personengruppen, bzw. der Gesellschaft entsteht. Bei der Ausgangssituation handelt es sich i.d.R. um ein Problem.

Die Bestandteile der IOOI-Wirkungslogik:

  • Die Wirkungskette
  • Der Wirkungskreislauf
  • Die Wirkungstreppe

Die Wirkungskette

Die IOOI Wirkungskette gliedert sich in 4 Bereiche. Sie zeigt in Form einer Art Wertschöpfungskette auf, wie Wirkung entsteht bzw. die Wirkungszusammenhänge:

Leistung:

Wirkung:

Input  – die Ressourcen, die wir einbringen, um Leistungen erbringen zu können

Output  – die Leistungen, die wir erbringen, um eine Wirkung zu erzielen

Outcome –  Wirkung/ Veränderung, die wir mit unseren Leistungen auf Ebene unserer Zielgruppe erzielen

Impact  – Wirkung/ Veränderung, die wir aufgrund unseres Outcomes durch – beispielsweise – Qualität und Quantität auf gesellschaftlicher Ebene erzielen

Die Wirkungslogik erstreckt sich – nicht wie im Projektmanagement üblich bis zu den Leistungen, d.h. bis zum Output – sondern bis Outcome und Impact.

Der Wirkungskreislauf des Impact Thinking

Das Phineo Wirkungsmodell betrachtet den gesamten Wirkungskreislauf und Wirkungskontext.

Tipp: Der  Wirkungskreislauf eignet sich sehr gut, um daraus einen „Elevator Pitch“ zu formulieren.

Wirkungsorientierung

Wirkungsorientierung bedeutet

  • Ein Projekt ist darauf angelegt, Wirkung zu erzielen
  • und es wird entsprechend geplant und umgesetzt

Wirkungsorientierung denkt vom Ergebnis her:

Am Anfang der Überlegungen steht die Frage
A – Welche gesellschaftlichen Probleme wollen wir lösen?

 

Die letzte der 4 Überlegungen mündet in der Frage
D – Welches sind die notwendigen Ressourcen?

Die Vision (Welchen Idealzustand streben wir an) bildet hierbei eine wichtige Grundlage.

Leistung:

Wirkung:

Input

Output 

Outcome

Impact

D.      Welche Ressourcen     benötige ich, um diese Aktivitäten durchzuführen?

C.      Durch welche Aktivitäten/ Leistungen kann ich bei meiner Zielgruppe diese Veränderung herbeiführen?

B.      Welche Veränderung muß ich bei welcher Zielgruppe bewirken, damit wir uns diesem Idealzustand annähern und das Problem lösen?

A.      Welche  gesellschaftliche Problem  wollen wir lösen? Welchen Idealzustand streben wir an?

Das Wirkungsprojektmanagement:

Der wirkungsorientierte Steuerungskreis basiert auf dem Plan-Do-Check-Act-Zirkel und wird damit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterzogen.

Steuerungskreis:

Die Wirkungstreppe

Wirkungsziele definieren mit der Wirkungstreppe

Wirkungsziele sind beabsichtigte Wirkungen auf Outcome- und Impactebene. Sie beschreiben, welche Veränderungen bei Zielgruppe und Gesellschaft erreicht werden sollen.  Die Wirkungsziele sind die Grundlage für Steuerung und Wirkungsanalyse. Mit den Wirkungszielen halten Sie Ihr Projekt auf Kurs, Sie schaffen weiterhin durch eine gemeinsame Erarbeitung Identifikation.

Die Wirkungstreppe differenziert Leistungs- und Wirkungsziele. Ab Punkt 4 spricht man von Wirkung.

Punkt 1-3 = Output | Punkt 4-6 = Outcome | Punkt 7 = Impact

Unterstützung für die Definition von Wirkungszielen mit der SMART-Formel

Die SMART –Formel  ist ein Instrument, mit dem man Ziele konkreter fassen kann, in dem ein zu erreichender Zustand wie nachfolgend genau beschrieben wird:

  • Spezifisch – Das Wirkungsziel ist klar, präzise, eindeutig und wird von Dritten verstanden
  • Messbar – Es muß feststellbar sein, ob die Wirkung eingetreten ist oder nicht
  • Akzeptiert – Es besteht ein gemeinsames Verständnis und die Ziele werden von Beteiligten mitgetragen
  • Realistisch – Das Wirkungsziel sollte im Rahmen des Projektes und seiner Konzeption erreichbar sein
  • Terminierbar – Dem Wirkungsziel sollte ein Zeitrahmen zugeordnet werden können

Realistische Ziele müssen beispielsweise auch im Preisbudget liegen, d.h. an der einen und anderen Stelle muß bei SMART noch weiter konkretisiert werden.

Kleiner Exkurs zum planen und analysieren von Wirkung

  1. Indikatoren
  2. Datenerhebung
  3. Datenauswertung

Indikatoren

Indikatoren können für alle Teile der Wirkungskette (Input – Impact) definiert werden bzw. für alle Ziele der Wirkungstreppe in Form von direkten und indirekten Indikatoren. Kernfrage: Woran kann ich erkennen, dass ich meine Ziele erreiche?

Datenerhebung

Je belastbarer die Aussage, desto höher der Aufwand. Längsschnittstudien mit Kontrollgruppen sind belastbar, aber  mit hohem Aufwand verbunden, eigene Foto- und Videodokumentationen sind geringer vom Aufwand her. Eine Unterscheidung zwischen qualitativen und quantitativen Daten.

Datenauswertung

Zum Schluß erfolgt die Datenauswertung. Die Wirkungsanalyse stellt Daten in einen Kontext, sie bewertet  auf Basis von Vergleichen und leitet daraus Handlungsschritte ab.

Herausforderung:

Impact lässt sich schwer messen.

Man kann kaum bzw. nicht beweisen, dass sich eine Wirkung /  Veränderung nur aufgrund der eigenen Intervention ergibt. Insofern ist es zweckdienlich, von Anfang an Hinweise zu sammeln. Bei For Profits ist der Umsatz/ der Gewinn der Erfolg. Das Ziel Gewinn ist leicht messbar und kommunizierbar. Bei Non-Profits muß erst definiert werden: Was genau ist hier der Erfolg, denn der Erfolg ist je nach Ziel unterschiedlich.

Monika Stoehr, Nachhaltigkeitsmanagement Darmstadt | Nachhaltigkeitsmanagement Rhein-Main| Nachhaltigkeitsmanagement Rhein-Neckar

 November  2019


Mehr zum Veranstalter / zur Veranstaltung/ zur Quelle:

Edelman trust barometer

https://www.edelman.com

Haus des Stiftens

https://www.hausdesstiftens.org/ 

Phineo / Kursbuch Wirkung

https://www.phineo.org

https://www.phineo.org/fuer-organisationen/kursbuch-wirkung/ 

Alle Grafiken, die nicht explizit mit einer Quellen-/ Bildrechtangabe versehen sind, sind selbst erstellt, basieren aber inhaltlich auf Phineo.


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