Klimaschutz – die vier Herausforderungen des Managements von Emissionen in der Lieferkette | 06.12.2019

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Zur Veranstaltung „Klimaschutz in der Lieferkette“ luden am 22.11.2019 der WWF Deutschland, das deutsche Global Compact Netzwerk und die sustainable AG in die Räume der BayWa AG nach München ein.

Vorgestellt wurden die Herausforderungen und möglichen Lösungsansätze im Bereich der Scope 3 Emissionen. Ebenso Teil waren best-practice-Beispiele und die Herangehensweise an Scope 3 Emissionen. Speziell eingegangen wurde auf die vorgelagerten Scope 3 Emissionen, d.h. die der Lieferkette und auf die neue Initiative „Science Based Targets“ als Handlungsempfehlung.

Globale Herausforderungen

Professor Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG, begrüßte die ca. 70 TeilnehmerInnen der Veranstaltung und stellte den genossenschaftlichen Grundgedanken und die regionale Verbundenheit der börsennotierten BayWa vor. Die global größte Herausforderung der BayWa sei der Agrarbereich, da hier die Auswirkungen des Klimawandels besonders zu spüren ist. Vor ca. 10 Jahren wurde begonnen, den Konzern umzubauen, um u.a. im Bereich Klimaschutz auch Arbeitsplätze zu schaffen.

Alexander Liedke, Senior Manager Sustainable Business & Markets von WWF Deutschland führte aus, dass Klimaschutz kein Wissensproblem mehr darstelle, sondern ein Handlungsproblem. Die Nettoemissionen müssen auf Null reduziert werden, um die globalen Temperaturen zu stabilisieren. Mit der vom WWF mitgetragenen Initiative SBT Science based Targets soll die strategische, handlungsorientierte Verankerung von Klimaschutz in Geschäftsmodellen von Unternehmen unterstützt werden.  Verpflichtung dabei ist, sich innerhalb der nächsten beiden Jahre ein wissenschaftsbasiertes Klimaziel zu setzen, das im Einklang mit den Ergebnissen des Paris-Abkommens steht.  Kompensation kann Bestandteil einer Klimaschutzstrategie sein, längerfristig aber nur ontop!

Best practice: Nachhaltigkeit und Lieferkettenmanagement bei der BayWa

Jessica Paffen, Leiterin Nachhaltigkeit bei der BayWa AG stellte die Nachhaltigkeitsstrategie der BayWa vor, die sich in 4 Bereiche gliedert: Umwelt/ Klima – Ressourcen schützen, Lebensqualität – gestalten, Markt – nachhaltig wirtschaften und Belegschaft – partnerschaftlich arbeiten. Die Potenzialanalyse legte einen Fokus auf die größten Energieverbraucher und die Hauptemissionstreiber entlang der Wertschöpfungskette. BayWa will bis 2021 15 % weniger CO2 erzeugen; in den Jahren 2013-2016 wurde bereits ebenfalls eine Einsparung von 15% erreicht.

Best practice: Zero-Emissionen bei Bosch

Torsten Kallweit, Leiter Zentralabteilung Arbeits-, Brand- und Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei Bosch erläuterte die Strategie der Net-Zero Emissionen bei Bosch bis 2020. Bei Bosch sind nur absolute Ziele definiert, keine Relativziele. Die wesentlichen Emissionen entstehen im Bereich Scope 3 und der Lieferkette. Für das Investitionsvolumen soll das Payback durch Einsparungen erfolgen. Bosch setzt darauf, 2020 als 1. Industrieunternehmen klimaneutral zu sein und hofft mit dem „Bosch-Effekt“ auf eine Vielzahl von Nachahmern.

Science Based Targets: Setting the Scene – Emissionsmanagement in der Lieferkette

Alexander Farsan, Global Lead – Science Based Targets bei der Mitte 2015 gestarteten Science Based Targets Initiative stellt die von den 4 internationale Organisationen gegründete Initiative vor: CDP (Disclosure Insight Action), UN Global Compact, World Resources Institute (WRI) und der World Wide Fund for Nature (WWF). SBT basiert auf dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol. Abgedeckt werden müssen die Scope-Bereiche 1-3. Bei dem Zielzeitrahmen handelt es sich um 5-15 Jahre ab Zieleinreichung. Bei SBT zählen keine Kompensationsprojekte, außer sie ziehen CO2 aus der Atmosphäre. Ein hilfreiches Tool für den ersten Schritt zur Ermittlung der Scope 3 Emissionen stellt GHG in Form eines Evaluators zur Verfügung.

Mit den Science based Targets arbeiten inzwischen weltweit ca.  700 Unternehmen, knapp 30 davon sind deutsche Unternehmen, ca. 20% davon gehören zu den Fortune 500.

Die vier Herausforderungen des Emissionsmanagements in der Lieferkette

Jan Krebs, Vorstand sustainable AG,  präsentierte die Ergebnisse der Studie ‘overcoming barriers for corporate scope 3 action in the supply chain’, die vom vom WWF und der sustainable AG veröffentlicht wurde. Als Motivation für eine Klimastrategie stellte er zum einen die immer dringlicher werdende Notwendigkeit sowie die steigende Erwartungshaltung von Stakeholdern vor.

Scope 3 Emissionen fallen mit über 80% in der Automobil-, Basiskonsumgüter- und in der Finanzbranche an. Scope 1 Emissionen schlagen mit über 50% im Transportwesen und über 70% in der Energiebranche zu Buche, Scope 2 Emissionen spielen mit i.d.R. bis zu max. 15% keine bedeutende Rolle.

Als Herausforderungen wurden im Rahmen der o.a. Studie folgende definiert:

  • Accounting challenge (wie kann man die Emissionen aus Scope 3.1 berechnen)
  • Impact measurement (wie läßt sich der Nutzen von Maßnahmen in der Lieferkette berechnen)
  • Scope 3.1 action challenge (wie kann der effektivste Ansatz zur Reduzierung von Emissionen in der Lieferkette gefunden werden)
  • Renewable Electricity Supply Challenge (wie kann die Beschaffung von erneuerbarem Strom in der Lieferkette effektiv vorangetrieben werden)

Der Nachmittag schloß mit Gruppenarbeiten: Die vier Herausforderungen des Emissionsmanagements in der Lieferkette. Geteilt wurden Best Practice und die Studie ‘overcoming barriers for corporate scope 3 action in the supply chain‘ diskutiert.

Monika Stoehr Nachhaltigkeitsmanagement Darmstadt | Nachhaltigkeitsmanagement Rhein-Main | Nachhaltigkeitsmanagement Rhein-Neckar

Dezember  2019


Mehr zum Veranstalter / zur Veranstaltung/ zur Quelle:

WWF Deutschland

https://www.wwf.de/

DGCN

https://www.globalcompact.de/

Sustainable AG

https://www.sustainable.de/

Science Based Targets SBTi

https://sciencebasedtargets.org/  

Bosch

https://www.bosch.de/

BayWa AG

https://www.baywa.de/


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